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  • AutorenbildUrsula

Peru 9.9.-7.10.23

Peru durchqueren wir mehr oder weniger der Westküste entlang. Das heisst, wir meiden die Touristen Hotspots Machu Picchu, Cusco und den Titicaca-See. Dies weil wir diese eindrücklichen Orte vor 11 Jahren schon besucht haben und weil es in dieser Gegend immer wieder zu Strassensperrungen kommt.

Gleich nach der Grenze liegen an der peruanischen Westküste einige einfache Badeorte. Wir verbringen eine Nacht in der Nähe von Punta Sal in einem empfehlenswerten, gut gepflegten Bungalow Hotel und geniessen die Nachmittagsstunden am Strand.

Nach einer langen, wenig aufregenden Fahrt durch eine Halbwüste mit Sand und nackten Bergen treffen wir in Chiclayo ein.

Für Montag wäre der Besuch des Tumbas Reales Museums und des Tales der Pyramiden von Tucume vorgesehen. Leider sind beide Stätten an diesem Tag geschlossen. So reicht es bei der Anreise zeitlich nur noch das sehenswerte Museum Tumbas Reales zu erkunden wo die Grabschätze des Señors von Sipán aus der Mochu Dynastie ausgestellt sind. Wir sind sehr beeindruckt von den kunstvollen wunderschönen Artefakten.

Das Museumsgebäude ist den Stockwerken des Grabes nachempfunden und das Gebäude selbst ist eine angenehme Abwechslung zu den sonst eher tristen Ortschaften.

Weiter geht es nach Trujillo, wieder durch Wüstengebiet und ab und zu durch Reis- und Maisfelder in den um diese Jahreszeit trockenen Flusstälern mit Grundwasser.

Kurz vor Trujillo machen wir einen Abstecher zum Fischerdorf Huanchaco wo wir die typischen Binsenboote ablichten.

Am Morgen besuchen wir die aus Lehmziegeln erbaute riesige Stadt Chan Chan. Unser Führer hat früher selbst an den Ausgrabungen teilgenommen und kann uns einiges über diese Arbeit und die Kultur erzählen. Zum Schluss spielt er uns ein Lied auf seiner selbst geschnitzten Flöte.


Nachmittags fahren wir zur Mond- Pyramide und erfreuen uns an den Wandmalereien und sind beeindruckt von der Grösse des 5 stöckigen Tempels. Die gegenüber liegende Sonnen- Pyramide kann im Moment nicht besucht werden.

Es steht eine weitere sehr lange Fahrt nach Huaraz (290km, 6.5 Stunden) an. Unser Navi führt uns weg von der Panamericana auf eine Nebenstrasse, welche zum grössten Teil neu asphaltiert ist. Sie führt dem Fluss entlang durch ein schönes Tal mit fruchtbaren Feldern.

Am Ende der Strasse kommen wir zu einer kleinen Brücke um auf die Hauptverbindung nach Huaraz zu gelangen. Die Brücke hat auch schon bessere Tage gesehen, trotzdem fahren wir drauf, weil uns ja schon einige Fahrzeuge entgegen gekommen sind. Kurz vor Mitte der Brücke krachen die Baumstämme weg und wir hängen rechts mit beiden Rädern in der Luft. Es hilft nur noch ein Kran, welcher uns aus er misslichen Lage befreit. Zum Glück hilft uns eine Familie diesen aus der 3 Stunden entfernten Stadt zu organisieren.

Nach 5 Stunden kann die Fahrt weitergehen durch ein imposantes Tal auf einer einspurigen Schotterstrasse mit vielen Schlaglöchern, Tunnels und Serpentinen.

Eigentlich wollten wir nie in der Dunkelheit fahren, aber diesmal machen wir eine Ausnahme, weil uns einer der Helfer versichert hat, dass die Strasse später dann viel besser werden wird. Wir kommen schliesslich um 20:30 in unserm Hotel an, die Küche ist geschlossen und wir kriegen nur noch ein Sandwich.

Vom Hotel haben wir eine wunderschöne Aussicht auf die Hochgebirgskette Cordillera Blanca mit vielen 6'000ern und dem höchsten Berg Perus, dem Huascaran mit 6768 m.

Ein Ausflug führt uns in den gut 4'000m hoch gelegenen Huascaran-Nationalpark wo wir die türkisfarbenen Lagunen von Llanganuco besuchen.

Unterwegs begegnen wir auch hier immer wieder den traditionell gekleideten Frauen mit mehrschichtigen Röcken und hohen Krempenhüten.

Wir verlassen das Hochgebirge über einen schönen Pass und fahren an die Küste nach Lima.

Im Stadtteil Miraflores beziehen wir eine Wohnung für 2 Wochen und geniessen die Ruhe und vor allem die berühmte peruanische Küche. In Lima gibt es 4 Restaurants, welche unter den besten 50 der Welt aufgeführt sind. Wir entscheiden uns für das Mayta und lassen uns mit einem 11 Gänger, jeder Gang ein Kunstwerk, inklusive Weinbegleitung verwöhnen.

Ein Spaziergang an die eindrückliche Steilküste von Lima darf natürlich auch nicht fehlen.

Schon geht es wieder weiter nach Paracas, ein an der Westküste gelegenes verschlafenes Fischerdörfchen mit einer hippen Pizza-Beiz.

Wir buchen einen Ausflug mit dem Schnellboot entlang der Paracas Halbinsel und zu den Islas Balestas. Auf dem Weg Richtung der Kalksteininseln bestaunen wir eine gut 2000 Jahre alte Geoglyphe im Sandfelsen und begegnen einigen Delphinen. Die Islas Balestas weisen eindrückliche Formen und viele durchgehende Höhlen auf. Man fühlt sich fast wir in Galapagos mit den Robben, Humboldt-Pinguinen und Peru Tölpel.



Anschliessend geht’s mit dem Auto auf die wüstenähnliche Paracas Halbinsel zu einigen Aussichtspunkten auf eine spektakuläre Küstenlinie mit vielen Farbnuancen.


Früh am Morgen fahren wir nach Ica um zeitig für die Pisco- und Wein-Tour breit zu sein. Zuerst besuchen wir eines der ältesten Weingüter der Gegend, die Bodega ‘Vista Alegre’. Wir lassen uns die Herstellung des Piscos mit den acht zugelassenen Rebsorten erklären, erkunden die Rebplantagen und die Weinkellerei. Zum Schluss gibt es eine Wein- und Pisco-Degustation. Die zweite sehr touristische Bodega ‘Nietto’ legt Wert auf die Verkostung von süssen Weinen und cremigen Frucht-Piscos. Die Produkte sind geschmacklich ganz gut, aber man tut gut daran nicht zu viel davon zu trinken.

Gegen Abend fahren wir zur Oase Huacachina welche inmitten eindrücklicher Dünen liegt. Mit Buggies kann man sich auf den Dünen herumfahren lassen. Wir entscheiden uns aber für einen Spaziergang in die Höhe um die herrliche Umgebung zu geniessen.

Eine knapp drei stündige Fahrt bringt uns nach Nazca. Für den kommenden Morgen ist ein halbstündiger Flug über die Nazca Linien gebucht. Wir haben uns die Geoglyphen grösser vorgestellt, sie sind sehr filigran, aber erstaunlich klar gezeichnet. Zudem ist auch der Ausblick auf die Landschaft absolut sehenswert.

Via Atico fahren wir nach Arequipa. Die Küste ist sehr wild und die Strassen sind zum Teil mit Sand bedeckt und werden mit Baggern frei geschaufelt. Wir treffen, wie fast überall, auch immer wieder auf heruntergefallene Steine.

Kurz vor Arequipa befinden wir uns in einer farbigen, eindrücklichen Landschaft.

Arequipa selbst ist ein sehr hübsches Kolonialstädtchen mit der grossen Kathedrale an der Plaza de Armas. Unser Nachtessen im empfehlenswerten ‘Kao Thai and Peruvian Cuisine’ Fusion Restaurant ist auch ein Genuss.


Eine lange Fahrt bringt uns zum Städtchen Tacna, welches kurz vor der Grenze nach Chile liegt, wo wir den Papierkrieg für den Grenzübertritt vorbereiten.

Fazit: die Westküste ist mehr oder weniger eine grosse Halbwüste, zum Teil mit einer interessanten Landschaft, oft aber eher eintönig. Die Panamericana ist sehr gut ausgebaut aber fast alle andern Strassen in Peru sind teilweise in einem bedenklichen Zustand.


Nun geht es weiter nach Chile und Argentinien wobei wir immer wieder die Anden überqueren werden.




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