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  • AutorenbildUrsula

Anchorage nach Calgary 22.7.-21.8.22

Wir verabschieden uns von Anchorage und fahren auf einer wunderschönen Strecke nach Seward. Dort begeben wir uns gleich auf eine vom Park-Ranger geführte Wanderung zum Aussichtspunkt des Exit Gletschers, welcher einer von 40 Gletscherzungen des Harding Icefields ist. Unterwegs gibt es immer wieder Jahresmarken, welche uns zeigen wie erschreckend stark sich der Gletscher über die Jahre zurückgezogen hat.

Für den nächsten Tag haben wir eine acht stündige Bootsfahrt in die Fjorde des Kenai Nationalparks gebucht. Der Park weist die grösste aneinander hängende Eisfläche Nordamerikas auf. Das Wetter ist leider nicht sehr schön und die See zum Teil ziemlich ruppig. Wir haben aber Glück und können eine Gruppe Buckelwale bei der Jagd beobachten. Es sind vielleicht 10 Tiere welche die Fische kreisförmig an die Oberfläche treiben (sogenanntes bubble-net fishing), was auch ein 'gratis' Schmaus für die vielen Möwen ist. Dieses Ereignis ist selten zu beobachten und wir können es während fast einer Stunde geniessen.

Unterwegs zeigen sich Seelöwen, Seeotter und die niedlichen Papageientaucher. Wir fahren durch Eisschollen, auf welchen Robben liegen, nahe an den eindrucksvollen Northwestern Gletscher heran.

Auf dem Rückweg beobachten wir einen jugendlichen Buckelwal beim Herumtoben. Der Kapitän ist von diesem aussergewöhnlichen Tag mindestens so begeistert wie wir.

In Seward besuchen wir das Alaskan Sealife Aquarium, wo wir die Meerestiere und Vögel Alaskas aus nächster Nähe beobachten können.

Anschliessend fahren wir zurück über den Moose Pass Richtung Homer zum Russian River Fall. Der Weg führt 4 km zu Fuss durch Bärengebiet zum Fall wo die Lachse versuchen das Hindernis zu überwinden. Da ist zum Glück eine Bärenmutter mit ihren drei Kleinen nicht weit. Während die Mutter einige Lachse fängt tollen die Bärlein vergnügt im Wasser und am Ufer herum.

Weiter geht es bei stürmischem Regenwetter nach Whittier wohin man via einen einspurigen Tunnel gelangt, welcher für Züge oder Autos im Stundentakt geöffnet ist.

Von Whittier schippern wir mit der Fähre nach Valdez. Das Be- und Entladen ist jeweils ein stündiger Prozess, bei dem die Ladefläche optimal genutzt wird. Die Reisezeit beträgt fast 6 Stunden und führt durch den Prince William Sound, wobei man mit etwas Glück eine gratis Wildlife-Tour geniesst. In Valdez geht es am nächsten Tag gleich weiter in den Wrangell-St.Elias N.P. Der Nationalpark ist 1.3 mal grösser als die Schweiz und besteht aus Bergen und Gletschern. Das Wetter wird zunehmend schöner und wir geniessen die einsame Fahrt zu unserer ‘Wrangell Mountain’ Lodge, welche mit viel Herzblut betrieben wird. Es gibt 4 Blockhütten, welche sehr geschmackvoll eingerichtet sind und ein ‘Cook House’ wo man alles findet um sich ein Nachtessen zu zubereiten. Von der Lodge sind es 50 km nach Mccarthy, unterwegs unleserliche Strassenschilder, welche Opfer von Schiesswütigen wurden.

Von Mccarthy aus machen wir einige Unternehmungen:

Ein Besuch der alten Kupfermine mit der Geisterstadt, welche heute für den Tourismus genutzt wird.

Eine kleine Wanderung durch den Wald und ins Tal hinein wo man mit einem schönen Blick auf den Root-Gletscher belohnt wird.

Der Höhepunkt ist ein stündiger Rundflug über die imposante Gletscherlandschaft.

Die Fahrt führt nun um den Wrangell-Park herum, auch hier wieder durch eine wunderschönen Landschaft mit Wäldern, Seen und Bergen, auf die Ostseite nach Haines Junction, wo wir eine kleine Pause einlegen und anschliessend weiter nach Haines fahren.

In Haines suchen wir am Chilkoot River nach Lachse fangenden Bären, leider ohne Erfolg und fahren weiter zum Chilkat State Park auf der kleinen Halbinsel mit Blick auf einen hängenden Gletscher mit Wasserfall. Das einzige Restaurant, welches offen hat ist komplett ausgebucht, darum gibt es aufgebackene Chicken Nuggets in der einzigen Bar im Dorf.

Wir setzen mit der Fähre durch den schönen Fjord nach Juneau über. Die Hauptstadt von Alaska ist nur per Schiff oder Flugzeug erreichbar. Ein Spaziergang durch die hübsche touristische Altstadt darf nicht fehlen und wir geniessen das umfangreichere Essensangebot.

Wir machen einen Ausflug zum nördlichen Ende bei der Echo Cove der einzigen, insgesamt 50 km langen nirgends hinführenden Strasse. Unterwegs besuchen wir eine kleine Kapelle, hübsch auf einer Halbinsel gelegen und einen kleinen Blumengarten.

Auf dem Rückweg stoppen wir beim Hausgletscher von Juneau, dem imposanten Mendenhall Gletscher.

Am Wochenende findet in Juneau der Iron Man Wettbewerb statt, was bedeutet, dass alle Unterkünfte seit Monaten ausgebucht sind. Darum fliegen wir für 3 Tage in den Glacier Bay National Park nach Gustavus. Dort begeben wir uns auf eine acht stündige Schifffahrt in die Fjorde der Glacier Bay. Trotz durchzogenem Wetter können wir die vorbeiziehende Landschaft geniessen und sehen Wale, Seelöwen, Otter, Papageientaucher und Bergziegen.

Ganz am Ende der Fahrt taucht der Margerie Gletscher auf, welcher trotz sehr bewölktem Himmel schön blau schimmert und auf der Rückfahrt bestaunen wir den Lamplugh Gletscher. Eindrücklich: Vor lediglich 250 Jahren war die ganze Glacier Bay noch eisbedeckt.

Von der Lodge aus gibt es einige Wanderwege durch den märchenhaft schönen jungen Regenwald. Wir nehmen an einer geführten Wanderung mit dem Ranger teil und hören zum xten Mal wie die Gletscher entstehen und wie sie sich zurückgezogen haben. Unterwegs haben wir Glück und können einen Elch beim Fressen beobachten, welcher ein Stück seines Weges sogar schwimmend zurücklegt.

Gegen Abend geht der Flug zurück nach Juneau mit anschliessendem Essen im besten Restaurant, dem ‘Salt’, wo wir das Filet Mignon sehr empfehlen können.

Nach einer kurzen Nacht checken wir um 5 Uhr morgens für die Fähre nach Skagway ein. In Skagway geht es gleich weiter über den eindrücklichen, inzwischen schneefreien White Pass, mit vielen Seen welche in einem felsigen, kargen Gebiet gelegen sind.

Abends kommen wir müde in der Nähe von Tagish, am Marsh Lake, in unserm hübschen Häuschen an. Unterwegs gibt’s nur einen kleinen Laden, welcher vor allem Büchsen-Nahrung anbietet. Das heisst, wir fahren am kommenden Tag 80 km nach Whitehorse um etwas Essbares für die nächsten 3 Tage aufzutreiben. Auf der Weiterfahrt nach Atlin machen wir einen kleinen Abstecher und besuchen das pittoreske Carcross.

In der Nähe befindet sich die kleinste Wüste der Welt, die Carcross Desert, und der bei klarem Himmel türkisblaue Emerald Lake.

Unterwegs nach Atlin lohnt sich ein Stopp am spiegelnden, nicht kleinen 'Little Atlin' See.

Etwas ausserhalb des direkt am wunderschönen See gelegenen Ortes Atlin beziehen wir unsere Wohnung mit einer zauberhaften Aussicht. Wir schlendern durch das hübsche Dorf und machen einen kleinen Ausflug zu den ‘Warm Springs’, ein Algentümpel der etwas wärmer ist als der See. Sonst gibt es ohne Boot oder Wasserflugzeug hier nicht viel zu unternehmen, ausser Kajak fahren oder fischen.

Nun haben wir eine gut 1000 km lange Strecke nach Stewart zu bewältigen, welche wir in Watson Lake für eine Nacht unterbrechen. Hier haben wir Zeit nochmals einige Fotos vom riesigen Schilderwald zu schiessen.

Die lange Strecke nach Stewart auf dem Cassiar Hwy ist sehr abwechslungsreich und verläuft durch immer enger werdende Täler. Wir besuchen den mit Inseln übersäten Boya Lake und entdecken natürlich einen weiteren Gletscher.

In Stewart wohnen wir im Historic Bayview Hotel, welches mitten im Zentrum gelegen ist. Während des Gold-, Silber- und Kupfer-Rausches hatte die Stadt einmal 10'000 Einwohner. Heute leben noch einige Hundert Leute hier und so verkommt das Ort immer mehr zu einer Geisterstadt. Viele Geschäfte sind geschlossen, zu vermieten oder zum Kauf ausgeschrieben. Die Pizzeria macht heute für immer zu, so bleiben nur noch zwei Restaurants übrig, wobei der Mexikaner richtig gutes Essen anbietet.

Es lohnt sich aber allemal nach Stewart zu fahren, vor allem wegen des interessanten Ausflugs über die Grenze nach Alaska. Nach zwei Kilometern kommt man über die offene Grenze nach Hyder. Dieser Ort ist noch verwaister als Stewart. Immerhin kriegen wir hier am Foodtruck Fish und Chips zu essen, nachdem in Stewart auch die Frühstücks-Beiz geschlossen hat.

Einige Kilometer nach Hyder besuchen wir das erste Highlight: den Fish Creek, wo zu dieser Jahreszeit Hunderte von Lachsen im seichten Bach laichen. Wir haben Glück und bald taucht der erste Grizzly auf und lässt es sich am Lachs-Büffet schmecken. Er fängt einen Fisch, lässt ihn wieder liegen, nimmt den nächsten, frisst nur den Laich und schnappt sich den nächsten. Der Schmaus dauert gut und gerne eine Stunde und dann ist wieder Ruhe am Fish Creek. Ein einmaliges Schauspiel, welches man aus nächster Nähe von einem Steg aus geniessen kann.

Weiter geht es zum Salmon Gletscher, welchen man von der gegenüberliegenden Talseite hervorragend bewundern kann. Da werden Erinnerungen an den Konkordiaplatz auf dem Aletsch-Gletscher wach.

Auf dem Rückweg, nochmals zum Fish Creek, wo gleich wieder ein Grizzly auftaucht. Wir haben Glück, andere Besucher brauchten 3 Tage um endlich einen Bären zu sichten.

Heute fahren wir auf einer nicht allzu aufregenden Strecke nach Smithers. Unterwegs besuchen wir die Fischleiter in der Nähe von Meziadin Junction und beobachten die Fische wie sie versuchen den Fall hoch zu springen, bis sie dann endlich die Leiter auf der Seite finden.

Einen weiteren Halt machen wir in Gitanyow, einer First Nation Siedlung, wo wir die vielen schönen Totempfähle bestaunen.

Und weiter geht es via Prince George nach Clearwater in den Wells Gray Provincial Park, mit dem Übernamen ‘Kanadas Wasserfallpark’ wo es über 40 benannte Fälle gibt. Der berühmteste ist der Helmcken Fall, daneben besuchen wir den breiten Dawson Fall, den ebenfalls eindrücklichen Spahats Kesselfall und als letztes den Moul-Fall. Diesen Fall erreicht man nach einer 3 km langen Wanderung. Auf dem Rückweg begegnen wir plötzlich auf gleicher Höhe ca. 5 m entfernt einem Schwarzbären, friedlich beim Fressen. Mein Puls schnellt in die Höhe und wir sind froh, dass er sich nicht weiter um uns kümmert.

Nun geht’s weiter nach Calgary, vorbei am majestätischen Mount Robson und nochmals via den eindrücklichen Icefield Parkway (im Jasper und Banff N.P. gelegen) mit dem fantastischen Bergpanorama.

In Calgary geniessen wir eine zwei wöchige Pause erledigen unsere Pendenzen und erholen uns von der langen Reise: Seit anfangs Mai haben wir nun schon 16'000 km bewältigt.

Anfangs September geht es weiter via den Yellowstone N.P. nach Colorado und Mexiko.


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